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Ihr Reich nannten die Inka Tahuantinsuyu, was so viel bedeutet, wie „Reich der vier Weltgegenden". Es war nach den vier Himmelsrichtungen benannt. Die vier Weltgegenden hießen Chinchasuyu (Norden), Antisuyu (Osten), Cuntisuyu (Westen) und Collasuyu (Süden).
Info | Eure Teillager wurden im Übrigen nach diesen vier Weltgegenden benannt! |
„Los andenes“ - die Steigen- nannten die Spanier die gigantischen Terrassenbauten, auf denen die Inka an den Hängen des Bergmassivs ihre Feldfrüchte anbauten. Seither nennt man die Bergkette, die den Westen von Südamerika durchzieht, die Anden. Der höchste Berg der Anden ist 6962 Meter hoch und heißt Aconcagua. In diesem Land herrschen große klimatische Gegensätze. An der Küste befinden sich Wüsten. Weiter nach Westen kommen dann die Anden.
Die Anden waren die Heimat der Inka. Das Inkareich erstreckte sich, wie du auf der Karte sehen kannst, über die ganze Westküste Südamerikas.
Erstaunlicherweise bestand der Inka-Staat nur etwa 90 Jahre und das, was wir als Inka-Imperium bezeichnen können, existierte nur ca. 50 Jahre.
Staatsordnung
An der Spitze des Inkavolkes stand der Inkaherrscher „Sohn der Sonne“ („Intip Churin“). Der Herrscher bewohnte Paläste in Cuzco und hatte außerdem noch mehr Residenzen im benachbarten Umland. Es gehörte sich, dass der Inka seine eigene Schwester heiratete. Daneben hatte er noch viele andere Frauen. Alle Söhne des Inka trugen ebenfalls den Titel „Inka“, was ihnen innerhalb des Inkareichs eine besondere Stellung bescherte und außerdem viel Macht verlieh. Ein Zeichen der Zugehörigkeit zur königlichen Familie war unter anderem das künstlich ausgeweitete Ohrläppchen.
Der Inka war also immer ein Sohn des vorangegangenen Herrschers. Es musste nicht unbedingt der Erstgeborene sein, der Herrscher bestimmte seinen Nachfolger selbst. Jede der vier Weltgegenden hatte eine Art Vertreter des Königs, der ebenfalls in Cuzco residierte. Die kleinste soziale Einheit der Andenvölker war der „ayllu“, zu jedem ayllu gehörten mehrere Familien.
Wer waren die INKA?
Die Inka waren ein mächtiges Königshaus mit einem schlagkräftigen Heer. Als offizielle „Geburtsstunde“ des Inkareichs wird das Jahr 1438 genannt, das Jahr, in dem der König „Inka Pachacutec“ (der Erderschütterer, wie er sich selbst nannte) auf den Thron erhoben wurde. In nur ca. 100 Jahren schafften die Inka es, beinahe den gesamten westlichen Teil Südamerikas (siehe Karte) zu erobern. 1553 wurde das Inka- Königshaus endgültig durch die spanischen Eroberer unter Francisco Pizarro zerschlagen, die von da an die Herrschaft über Südamerika übernahmen.
INKA- Die „Großohren“
Die adligen Inka schoren sich ihre Haare auf die Länge einer Fingerbreite. Das Taten sie, um ihre Abstammung von ihrem Urvater, dem Sonnensohn „Manco Capac“ (er gründete auch die Hauptstadt Cuzco), zu zeigen.
Manco Capac soll seine Haare laut Erzählungen auch sehr kurz getragen haben.Gleichzeitig wurde sehr darauf geachtet, dass sich die Bauern von den adligen Inka unterschieden. Die Bauern durften ihr Haar nur schulterlang tragen.
Die Inka weiteten ihre Ohrläppchen künstlich so weit, dass eine Scheibe in Form und Größe eines Krugverschlusses hineinpasst. Die Löcher entstanden mit Hilfe großer Scheiben, die in die Durchbohrungen der Ohrläppchen angebracht wurden.
Deshalb nannten die Spanier die Inka auch „orenjos“, die „Großohren“. Allerdings wurde auch hier darauf geachtet, dass sich die adligen Inkas von den Bauern unterschieden, die Bauern durften keine Ohrlöcher tragen.
Cuzco- die Hauptstadt der INKA
Cuzco war die Hauptstadt der Inka und liegt auf 3400 Metern Höhe am Fuße eines Berges. Für die Inka war Cuzco das politische, religiöse und kulturelle Zentrum ihres Reiches Tahuantinsuyu. Und so bedeutet Cuzco auch „Nabel der Welt“. Es führten vier Straßen aus den vier Reichsteilen in diese Stadt.
Die Stadt war in Form eines Pumas angelegt worden, der Puma wurde von den Inkas am meisten verehrt und war gleichzeitig das Raubtier, welches in Südamerika am meisten gefürchtet war.
Die beiden wichtigsten Gebäude der Stadt waren der Sonnentempel und der Herrscherpalast. Außerdem gab es einen großen Hauptplatz, der „Heilige Platz" der Inka (Huaccapayta). Dieser diente als zeremonieller Festplatz. Er war in zwei ungleich große Hälften geteilt. Der kleinere Teil war dem Herrscher und dem Hochadel vorbehalten und wurde „Haucaypata“ genannt. Der größere Teil des Platzes war für das Volk und wurde „Cusipate“ genannt.
Sprache der INKA
Die Staatsprache im Inkareich war „Quetchua“. Das war die Muttersprache der Völker, die schon in der Zeit vor den Inkas im Tal von Cuzco lebten. Auch heute wird diese Sprache noch von vielen Indianern in Peru und Ecuador gesprochen.
Religion der Inkas
Bei den Inkas wurden hauptsächlich Götter verehrt, die die verschiedenen Naturkräfte symbolisieren. Die Wichtigsten unter ihnen waren:
Inti: der Sonnengott, ihm wurden mächtige Tempel gebaut. Mamaquilla: die Mondgöttin, war auch die Frau des Sonnengottes. Illapa: der Gewittergott als Spender des Regens. Pachamama: die Mutter Erde.
Bei den Inka wurden verhältnismäßig wenige Opferrituale vollzogen. Oft tötete man verschiedene Tiere zu Ehren der Sonne und ihres Sohnes, dem Inka. Menschen wurden selten geopfert. Wenn man Menschen opferte, dann Kinder. Dies geschah zum Beispiel bei Ereignissen wie der Amtseinführung eines neuen Inka, aber auch, um Umweltkatastrophen (Dürre, Überschwemmungen, Erdbeben oder Vulkanausbrüche) zu vermeiden.
Der Sonnenkult der INKA
Am meisten verehrt wurde der Sonnengott „Inti“. Für ihn wurde in Cuzco ein steinerner Tempel errichtet, den nur der Herrscher und seine Priester betreten durften. Über dem Altar hing eine mächtige Scheibe aus Gold. Sobald die Sonnenstrahlen auf die Scheibe fielen, ließ sich der Inti in der Mitte dieser Scheibe nieder. Der Raum wurde gänzlich von reflektierendem Licht der Goldscheibe erleuchtet, so dass die Anwesenden glaubten, der Sonnengott wäre tatsächlich anwesend.
An großen Festlichkeiten wurden der Sonne Tiere, Pflanzen und kostbare Kleidung geopfert. Aber auch im alltäglichen Leben wurde der Sonne gedacht und sie wurde verehrt.
Das Gold- Schweiß der Sonne
Das Gold der Inka hatte keinen direkten materiellen Wert, sondern galt symbolisch als Schweiß der Sonne, war das Symbol des Sonnengottes und war daher heilig. Gold war ausschließlich dem Herrscher und den Adligen vorbehalten: zum Beispiel waren Schmuck und auch alltägliche Gebrauchsgegenstände aus Gold. Schmuck und Gebrauchsgegenstände der Bauern waren aus anderen Materialien. Das Silber hingegen symbolisierte die Strahlen des Mondes.
Der Herrscher besaß außerdem einen Ziergarten, in dem die Inkawelt in Gold und Silber nachgebildet war. Das viele Gold wurde in mühevoller Arbeit aus Flüssen gewaschen. Die Wintersonnenwende und das Sonnenfest
An einem bestimmten Tag im Jahr hat sich die Erde auf ihrer Umlaufbahn am weitesten von der Sonne entfernt. Die Sonneneinstrahlung auf die Erde ist dann am geringsten. Von diesem Tag an bewegt sich die Erde wieder auf die Sonne zu und es wird zunehmender trocken und heißer. Auf der Südhalbkugel findet die Wintersonnenwende am 21. Juni statt. An diesem Tag wurde eine heilige Zeremonie vorbereitet, das „Inti Raimi“, das so genannte Wintersonnwendfest und Hauptfest des Sonnengottes. Das Fest sollte die fruchtbarste Zeit im Jahr einläuten und wird auch heute noch gefeiert. Die Wintersonnenwende, also der kürzeste Tag im Jahr, findet bei uns nicht am 21. Juni, sondern am 21. Dezember statt, da wir uns auf der nördlichen Erdhalbkugel befinden. |
Kunst und Handwerk der INKA
Die Inka übernahmen vorwiegend Techniken der ihnen vorausgegangenen Kulturen.
Webereien
Zwar fertigten viele Völker und Stämme auf dem amerikanischen Kontinent Webereien an, allerdings war die Webkunst in den Anden besonders einzigartig in ihrer Vielfalt an Farben und Mustern. Die Inkas kannten komplizierte Web- und Färbetechniken. Ihre Wolle gewannen sie entweder von den Lamas oder den Alpakas oder sie verwendeten Baumwolle.
Typisch für die Webereien aus den Anden ist das Zickzackmuster oder das Schlangenmuster, wie sie auf dem Bild zu sehen sind. Auch Tier- und Pflanzenmotive wurden oft verwendet. Die Inkas verwendeten für ihre Webereien meist Regenbogenfarben wie pink, orange, grasgrün, sonnengelb und blau.

Das Muster, das du auf dem Bild sehen kannst, sollte die sechs wichtigsten Anbaupflanzen der Anden symbolisieren: Kartoffeln, Mais, Gerste, Weizen, „oca“ (eine Knollenfrucht) und „habas“ (eine Hülsenfrucht). Die Rauten im Inneren der Dreiecke bedeuten, dass die Saat aufgegangen ist.
Textilien waren besondere Güter der Inka, weil sie das wertvollste Handelsgut darstellten. Die Art der Kleidung symbolisierte auch den Rang in der Gesellschaft.
Töpferei und Keramiken Die Keramik im Andengebiet der Inka unterschied sich je nach dem Verwendungszweck des Gegenstandes. Grundsätzlich lassen sich zwei wichtige Einsatzgebiete von Keramiken unterscheiden: die Gebrauchskeramik, die meistens sehr einfach und gröber gearbeitet ist. Keramiken, die für Bestattungs- und religiöse Zeremonien hergestellt wurden feiner gearbeitet
Goldschmieden
Gold wurde, wie ihr vielleicht bereits gelesen habt, bei den Inka mit der Sonne in Verbindung gebracht und war heilig. Leider kann man nur wenig über die Goldkunst der Inka sagen, da die meisten Goldgegenstände bei der Eroberung des Inkareichs in den Schmelzöfen der Spanier eingeschmolzen wurde. Die wenig erhaltenden Gold- und Silbergegenstände sind Opfergaben, die man in Gräbern der Inka gefunden hat.
Die „Schrift“ der INKA – Quipuschnüre
Die Inkas kannten keine Schrift, sie verwendeten für die Aufzeichnung chronologischer oder statistischer Daten so genannte „Quipu“ (Knotenschnüre). „Quipu“ ist das Quetchua-Wort für „Knoten“. Für die Aufzeichnungen war nicht einfach nur die Anzahl der Knoten ausschlaggebend, entscheidend waren auch Farbe, Knotenart, die waagerechte und senkrechte Reihenfolge der Knoten und die Länge der Schnüre. Nur entsprechend ausgebildete Leute, die „quipucamayoc“, was so viel heißt, wie „Wächter der Knoten", konnten die Quipu entschlüsseln. Meist waren dies Schatzmeister und Gelehrte.
Landwirtschaft, Ackerbau und Ernährung der INKA
Die Inka nutzten ihre bergige Landschaft auch für ihre Landwirtschaft und den Ackerbau. An den Hängen wurden Terrassen aufgeschüttet und in verschiedenen Höhenlagen jeweils eine andere Frucht angebaut. So wurden in den ganz unten liegenden, heißen Regionen Bananen, Mais, Bohnen, Kürbis, Erdnüsse und Koka angebaut. Auf mittlerer Höhe wuchs vor allem Quinoa und in den höheren Bergregionen wuchsen mehr als 300 verschiedene Sorten Kartoffeln. Mit Hilfe eines Kanalsystems wurden die Felder bewässert.
Tiere hielten die Inka kaum. Lediglich Lamas wurde in kleinen Herden gehalten. Sie dienten hauptsächlich als Woll- und Felllieferanten. Als Fleischlieferanten dienten Meerschweinchen, die sich die INKA in kleinen Grüppchen an ihren Feuerstellen hielten.
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